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10.01.2007

iPhone: Details, offene Fragen, Limitierungen


Isoflash-iPhone First Look - video powered by Metacafe
Ebenso viele Fragen wie die gestrige Vorstellung des iPhones beantwortete, wurden gleichzeitig dabei aufgeworfen. Eine Reihe davon wird sowieso nicht zu beantworten sein, bevor die ersten Geräte in den Handel und damit die gierigen Finger der Anwender gelangen.

David Pogue konnte bereits eine runde Stunde mit dem iPhone spielen und beobachtete, dass sich unvermeidliche Fingerschmierereien nur sanft auf dem 3,5"-Display abzeichnen und leicht wieder entfernen lassen. Das Tippen auf der dargestellten Tastatur sei etwas mühsam, dafür ist die Fehlerkorrektur äußerst hilfreich. Das Browsen selbst über ein WLAN-Funknetz ist noch etwas langsam (dies ließ sich auch gut bei der Keynote beobachten) - auch hier dürfte die End-Softare bis Juni allerdings durchaus noch für Verbesserungen sorgen.

Die Beschränkungen: Trotz WLAN und Bluetooth-Anbindung lässt sich weder direkt im iTunes Store Musik etc. beziehen, noch kann das iPhone darüber mit einem Rechner abgeglichen werden. Ebenso fehlen momentan die vom großen iPod bekannten Spiele und es lässt sich angeblich nur mit einem Mobilfunkvertrag nutzen. Bislang deutet alles daraufhin, dass sich die Software nur von Apple erweitern lässt, nicht von Drittanbietern. Damit fehlt erstmal alles was Feedreader, IM-Client etc. angeht. Ebenfalls ungenannt bleiben eventuelle VoIP-Lösungen (gegen die sich möglicherweise Cingular gesträubt hat). Derzeit fällt besonders die fehlende UMTS/HSDPA-Funktionalität schmerzlich auf, aber möglicherweise wird diese bis zum Verkaufsstart in Europa doch noch nachgereicht (Jobs deutete an, dass 3G für die Zukunft geplant sei - möglicherweise dann natürlich auch erst im iPhone 2.0). Mit 4 bzw. 8GB Flashspeicher ist das iPhone zwar durchaus großzügig bestückt, trotzdem fehlt die simple Erweiterungsmöglichkeit per z.B. MicroSD-Karte.

Deutlicher Minuspunkt ist die 2 Megapixel-Kamera, die praktisch keine Erwähnung während der Keynote fand und für Sommer/Herbst 2007 zumindest deutlich unter meinen Erwartungen an eine Mobiltelefonknippse liegt. Ebenfalls vermisse ich ein GPS-Modul, aber auch das gehört wohl eher in Richtung von Version 2.

Weitere offene Fragen: Lassen sich auch im Schlafzustand Anrufe empfangen? Wie lange ist die erwartete Standby-Zeit? Lässt sich der Akku wechseln? Warum der Fokus auf Yahoos Push-IMAP-Service anstatt endlich dotMac-Kunden damit zu beglücken? Wie sieht der Cingular-Vertrag genau aus, der immerhin zwingend zu dem 500 bzw. 600 Dollar-Preis hinzutritt?

Bei all den verbleibenden Fragen und offensichtlichen Beschränkungen, beeindruckte das iPhone mich doch deutlich. Die Benutzeroberfläche sieht endlich halbwegs so aus, wie ich mir das schon lange von einem Telefon wünsche, die Zoommöglichkeit bei Fotos und vor allem im Browser durch Auseinander- und Zusammenschieben von Daumen und Zeigefinger ist ein netter Blick in die Zukunft von berührungs- und druckbasierten UIs (siehe auch Jeff Hans Vielfinger-GUI) und die diversen Daten, die sich über iTunes abgleichen lassen werden, lassen auf eine deutlich bessere Verknüpfung von Mobiltelefon und sonstigem Rechner hoffen.

Laut Lev Grossman, der für TIME seine persönliche Vorabbegegnung mit dem iPhone schildert, entstand Apples Mobiltelefon ursprünglich aus Modellversuchen eines Tablet-PCs. Als Jobs die Möglichkeiten des ihm von Apples Entwicklungsteam präsentierten Touchscreens sah, erschien ein Mobiltelefon als deutlich vielversprechenderes Produkt. «They began by melting the face off a video iPod. No clickwheel, no keypad. They sheared off the entire front and replaced it with a huge, bright, vivid screen—that touchscreen Jobs got so excited about a few paragraphs ago. When you need to dial, it shows you a keypad; when you need other buttons, the screen serves them up. When you want to watch a video, the buttons disappear. Suddenly, the interface isn't fixed and rigid, it's fluid and molten. Software replaces hardware.»

Was iPhone als Markenzeichen betrifft, hat (oder wird) sich Apple offenbar mit Cisco/Linksys einigen, die ihre eigene iPhone-Reihe erst kürzlich unter heftiger medialer Beachtung vorstellten: «In a written response to an inquiry from CNET News.com made while Jobs' speech was still going on, a Cisco representative said, "It is our belief that with their announcement today, Apple intends to agree to the final document and public statements that were distributed to them last night." Cisco expects to receive a signed agreement Tuesday, according to the statement.»

Zwei ausführliche iPhone-Galerien bietet außerdem AppleInsider: Hardware und Software.

Posted by Leo at 12:58 | Permalink

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Folgende Weblogs beziehen sich auf iPhone: Details, offene Fragen, Limitierungen:

Kommentare

Was mir fehlt ist die Frage nach Klingeltoenen und VibrationsAlarm?
Gibt es hierzu schon ein statement ob man einfach iTunes musik verwenden kann und ob Vibrationsalarm vorhanden ist?
Ich weiß klingt doof abba wenn ich es in der Hose hab und nicht gerade Musik höre möcht ich auch wissen das jemand anruft. Die iTunes Geschichte will ich nur damit ich nich mehr erst eine mp3Datei zusammenschnippseln muss um sie als Alarm zu benutzen! ;)

Kommentiert von: Stefan | 10. Januar 2007; 13:38

Hallo, GPS ist drinnen...

Kommentiert von: Bernt | 10. Januar 2007; 13:42

Die "Erweiterung mit Software"-Frage ist für mich zweigeteilt:

* Kann ich full featured OS X Applikationen dafür schreiben - offenbar nicht

* Kann ich HTML+JavaScript+... Widgets dafür schreiben? Eventuell sogar Desktop-Widgets verwenden?

Wenn man nicht einen VoIP-Client oder ähnliches schreiben will, sollte zweiteres ja oft auch schon ausreichen.

@Bernt: zumindest die Apple-Website und Jobs haben nichts von GPS erwähnt, wieso kommst du drauf?

Kommentiert von: | 10. Januar 2007; 14:01

Vielleicht verwechselt er es mit GSM oder is einfach Hellseher o.O ? Aber ich hoffe doch sehr auf 3dparty Apps, seien es Widgets oder Progs. Ich mein? Was würde es sont bringen in der Keynote die Cocoakompatibilität zu preisen. OH Apple kanns dann auch benutzen wie toll :S

Kommentiert von: Injecter | 10. Januar 2007; 14:10

Was ist denn mit der Frage nach der Zukunft von DOT MAC? Soll das durch Yahoo Services ersetzt werden ... irgendwie sah das auf der Keynote so aus, als ob diese Richtung eingeschlagen werden soll - na hoffentlich nicht!

Kommentiert von: pygon | 10. Januar 2007; 14:32

Meine Fragen

Kommentiert von: Sale | 10. Januar 2007; 14:33

Was ich noch vergessen habe zu Fragen > Filckr-Integration?

Kommentiert von: Sale | 10. Januar 2007; 14:34

Mein langes iPhone Statement

GPS or not GPS
In der Keynote wurde doch wohl ausgesagt, dass das iPhone weiß, wo es sich gerade befindet (Stichwort Google Maps). Das könnte natürlich auch - entsprechend grob aufgelöst - durch die Cell-Info auszulesen sein. Ist ja auch heute schon bei diversen Providern als BigBrother-Überwachung möglich.

Programmierbarkeit
Auf kurz oder lang wird Apple wohl weitere Software für das Gerät nachreichen, bzw. einen Programmierprozess zertifizieren. (Nennt man das so?) Es macht ja Sinn, da das System auf OS X basiert.
Es gibt neben vielen sinnvollen Anwendungen dabei sicherlich aber auch einigen Humbug aus der Organizer-Welt die ich in diesem Gerät einfach nicht sehe. Z.B. Tabellenkalkulationen.

Stromverbrauch/Akku
Da es sich nicht um einen Fun-Artikel, wie einen iPod handelt, würde es mich sehr wundern, wenn unter der dunkleren Abdeckung auf der Rückseite nicht auch der Akku austauschbar wäre. Die verbauten, teuren Komponenten würden durch einen fest verbauten Akku ad absurdum geführt werden.

Design
Die heutige Welt verkauft sich über Design. Autos können Tonnen an Sprit verbrauchen - wenn das Design stimmt, zahlen die Leute fast jeden Preis. Das iPhone ist einfach attraktiv. Wenn die Lösung für die schmierresistente Oberfläche von Dauer ist und nicht irgendein coating, bleibt die Haptik des Gerätes erhalten.
Ich habe aus den Maßen und den Fotos auf der Presseseite mal einen Papp-Dummy gebaut. Das Gerät liegt selbst in der kantigen Form perfekt in der Hand. Die Größe scheint der ideale Kompromiss zwischen handling und usability zu sein. (Long live the Anglizismen...)
Das Ding sieht unglaublich gut aus, liegt gut in der Hand, scheint zügig zu reagieren UND lässt sich auch noch intuitiv bedienen. Design Note 1

UMTS/VoIP/Akkulaufzeit/Kamera/...
Ich glaube, dass man an den mangelhaften, z. T. veralteten technischen Details erkennen kann, wie lange das iPhone bereits in der Entwicklung ist. Das wird in den Folgegenerationen sicherlich kurzfristig optimiert sein.

Preisgestaltung
Was hat der erste iPod noch mal gekostet? Ein Vermögen. Haben wir ihn gekauft? Wie die Bekloppten...

Fazit
Was mach das Gerät letztendlich einzigartig?
Hat jemand mal versucht - ohne Technikexperte oder Handbuchleser zu sein - auf einem Nokia, wahlweise Samsung, Sony Ericsson, etc. Telefon den E-Mail-Client zu konfigurieren? Welche Funktionen nutzen all die professionellen Businessclients in ihren Communicators, Blackberries, etc?
Die Demonstration des iPhone zeigt bereits in den Ansätzen optimierte, z. T. neue und faszinierende Hernangehensweisen an die Ergonomie der Nutzung eines Mobiltelefons/Communicators. Angefangen bei der OS X Oberfläche, über den Weg zu den einzelnen Anwendungen bis hin zu der Lösung innerhalb der Anwendungen selbst.

Es scheint dass Apple den iPod unter den Telefonen entworfen hat. Für alle. Für Doofe wie mich, die sich in den Handymenüs des Nokia NXYZ verlieren aber auch für Fortgeschrittene. Alle werden auf ein Niveau gehoben, da nicht die Installation oder die Nutzbarkeit als Hürde im Weg stehen.

So gesehen glaube ich dass Apple mit dem iPhone eine gute Chance hat, den Handymarkt auf Dauer umzukrempeln.

Meine Meinung. Gruß Stephan.

Kommentiert von: Stephan | 10. Januar 2007; 15:26

"Deutlicher Minuspunkt ist die 2 Megapixel-Kamera,..."

Mal ehrlich, wen interessierts denn, was für eine Kamera da drin ist? 2 Megapixel reichen locker für Schnapschüsse, für richtige Fotos nimmt man einen Fotoapparat, der meistens mehr als das ganze Handy kostet.

Kommentiert von: dermattin | 10. Januar 2007; 16:22

Will Apple wirklich auch (oder vor allem?) Businesskunden ansprechen, muss es auch eine Version OHNE Kamera geben. Bringe ich zum Arbeitsplatz ein Kamerahandy mit und werde damit auf dem Werksgelände erwischt, kann ich gleich meine Kündigung in Empfang nehmen. Und das gilt für immer mehr Arbeitsplätze.
Außerdem: Wo ist die mobile iWork-Version? Ohne PDF-Anzeige, Dokumentenbearbeitung etc. ist es eben doch mehr Gadgetteil als Produktivgerät.

Kommentiert von: Sebastian | 10. Januar 2007; 16:27

mein erster eindruck: hammer, apple revolutioniert den telefonmarkt

mein zweiter eindruck: naja, es glaenzt so stark, dass es blendet

viele kleine details wurden einfach uebergangen. was mich besonders stoert: die schwache aufloesung. ok es ist ein touchdisplay, aber mit 320X480, was soll das denn? die frage stellt sich erst recht, wenn man bedenkt, dass man damit surfen kann. da sind selbst im 480px breitformat die meisten seiten nur halb zu sehen. da koennen heutige pda deutlich mehr.

viele andere dinge, die hier so genannt wurden, sehe ich auch so kritisch.

dennoch muss man sagen, hat apple ein produkt auf den markt geworfen, dass in seiner art konkurrenzlos und vpr allem wegweisend ist. das ist es eben was apple ausmacht. und sicher wird der preis in der 2ten oder 3ten generartion noch sinken, oder es gibt das iphone pro und iphone nano, denn wer braucht jetzt noch einen ipod ... oder warum gab es auf der keynote keinen ipod fullscreen video mit touchpad? die technik ist doch da.

gruss d

Kommentiert von: Dirk | 10. Januar 2007; 18:14

Hat das Teil auch eine Classic-Umgebung?

Kommentiert von: duckwech | 10. Januar 2007; 20:52

@duckwech: und finalcut mobile oder was?
;-)

Kommentiert von: Stephan | 10. Januar 2007; 21:28

manche der fragen werden von david pogue (new york times) beantwortet.
z.b. gps, final cut.. ;)

Kommentiert von: philipp | 10. Januar 2007; 22:35

Zitat Leo 1:"...beeindruckte das iPhone mich doch deutlich."
Zitat Leo 1:"Dies gipfelte darin, dass ich mir insgeheim vornahm, Apples Mobiltelefon keinesfalls zu kaufen, sollte es tatsächlich unter diesem Namen auf den Markt kommen."
Tja, was nun?

Kommentiert von: | 10. Januar 2007; 23:12

@dermattin: Mich. 2MP sind immer Sommer/Herbst/Winter 2007 bei einem Telefon dieser Preisklasse einfach nicht zeitgemäß. Dann lieber keine Knippse, das wäre wenigstens konsequent.

@derwiderspruchserkennerderseineneigenennamennichtweiß: Als ich Linksys für die Verwendung der Bezeichnung iPhone dankte, und mein insgeheimes Vorhaben preisgab, war mir schon bewusst, dass mich das eines Tages einholen könnte. Nun kann man von einem Produkt durchaus beeindruckt sein, auch wenn beim Namen alle Haare sich sträubend in diverse Richtungen strecken. Mit 'MacBook' hatte ich übrigens auch anfangs zu kämpfen - vom sofortigen Kauf hielt mich das allerdings keine Minute ab.

Und seit wann muss ich mich denn an meine eigenen insgeheimen Vornehmungen halten?

Kommentiert von: Leo | 10. Januar 2007; 23:26

Sebastian: Apple hat ja nun beide Laptops mit Kamera, aber die kann man auch in einer Version mit hardwaremässig abgestellter Kamera (=Kabel durchtrennt) offiziell kaufen. Zahlreiche Apple-Laptops für Behörden in den USA verwenden diesen Service (ohne Garantieverlust). Einfach bei der Hotline nachfragen. Dasselbe wird wohl dann auch bei der Kamera möglich sein.

Kommentiert von: Hansruedi | 11. Januar 2007; 01:12

@d
...die frage stellt sich erst recht, wenn man bedenkt, dass man damit surfen kann. da sind selbst im 480px breitformat die meisten seiten nur halb zu sehen...

wie man in der keynote sehr schön gesehen hat werden die seiten mitsamt aller inhalte auf dem display skaliert - und lassen sich mit einem fingertipp groß skalieren. per default passen also auch websiten in ganzer breite auf das display

Kommentiert von: iCke | 11. Januar 2007; 02:07

Von wegen mit Cisco geeinigt:

Cisco sues Apple over iPhone

Kommentiert von: MILE | 11. Januar 2007; 02:20

...the gadget formerly known as iPhone :-D

Kommentiert von: Dirk | 11. Januar 2007; 02:29

Ich muss Cisco in dem Fall recht geben (Begründung in einem Blog hier: http://blogs.cisco.com/news/2007/01/update_on_ciscos_iphone_tradem.html)

Apple muss mal wieder vom hohen Ross runterkommen und weniger ignorant handeln. Im Moment tragen sie die Nasen ganz schön hoch...

Kommentiert von: Pascal | 11. Januar 2007; 10:09

200+ Patente für das iPhone hatte Steve Jobs in der Keynote mit herausfordendem Tonfall erklärt, selbstverständlich um die angeblich fünf Jahre Vorsprung des iPhones bis auf's Messer zu verteidigen. Jetzt scheint er die Namensrechte geklaut zu haben. Mann, ist das peinlich!

Naja, die Maus und die graphische Oberfläche hatte Apple ja auch nicht selbst erfunden, sondern sie nur als erste vermarktet.

Allerdings habe ich sowieso nicht verstanden, warum sie nicht entsprechend zum TV ihr iPhone einfach Phone genannt haben.

Kommentiert von: Dirk | 11. Januar 2007; 10:55

(Tja, in der Vorschau konnte man die  noch als Äpfel sehen.)

Kommentiert von: Dirk | 11. Januar 2007; 10:57

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