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19.07.2008

Testbericht zum iPhone 3G, Teil 1: Äußerlichkeiten, UMTS, Accessoires

iphone3g_sw.jpg
Eine Woche habe ich inzwischen mit dem iPhone 3G zugebracht und es ist höchste Zeit, die Eindrücke und Erfahrungswerte zusammenzutragen. Das Augenmerk liegt dabei auf den Änderungen und Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger.

Äußerlichkeiten:
Losgehen soll es aber am Anfang, nämlich beim Packungsinhalt: Wie bereits erwähnt, verzichtet das iPhone 3G nicht nur auf ein Dock als Beilage, sondern es verliert leider auch den Dock-Adapter zum passgenauen Einsatz in universellen Docking-Stationen. Im Bedarfsfall muss das entsprechende Zubehör also nach- oder rechtzeitig hinzuerworben werden.

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Die Wahl zwischen Weiß und Schwarz bleibt eine Frage persönlicher Präferenzen. In den vergangenen Jahren positionierte Apple Schwarz als "Premiumfarbe", beim iPhone 3G muss dahingegen für Weißheit zwingend zum 16GB-Modell gegriffen werden.

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Fussel- und Fingerabdruckphobikern dürfte die Entscheidung leichter fallen, denn das schwarze iPhone 3G glänzt bereits staubig, kaum dass der Packungsdeckel entfernt wurde. Dem weißen geht es zwar ähnlich, doch man sieht dies wenigstens kaum.

Das Plastik wirkt insgesamt zwar weniger wertig als die Rückseite des Ur-iPhones, doch die leichte Rundung lässt das iPhone 3G dafür besser in der Hand liegen und versteckt die vernachlässigbare Zunahme der Abmessungen komplett. Die Rundung fällt dabei gering genug aus, um das iPhone 3G auf einer glatten Fläche liegend beim Tippen nur sehr leicht zum Wackeln zu bringen.

Neben der besseren Funkdurchlässigkeit verfügt die neue Rückseite über einen weiteren Vorteil: Sie fühlt sich nämlich deutlich leichter an, z.B. auch im Vergleich zur kühlen Metall-Rückseite des iPod touch, der immerhin über 10 Gramm weniger als das iPhone wiegt.

Der Übergang zwischen Plastik und Chromumrandung geriet an meinem weißen Testgerät merklich rauer als beim schwarzen Modell, bei dem die Verbindung nahtlos ausfällt. Dies dürfte jedoch weniger an der gewählten Farbe liegen, als vielmehr an leichten Verarbeitungsschwankungen von Gerät zu Gerät.

3G:
Dass UMTS erheblich schneller als EDGE ist, ist kein Geheimnis - so wird die Zeit zum Aufruf einer Webseite mit dem iPhone 3G mindestens halbiert.
Interessanter ist aber die obere Leistungsgrenze von iPhone und Mobile Safari: Der Webseitenabruf ist über das UMTS-Netz nur minimal langsamer als per WLAN (getestet mit 802.11g, gespeist von einem 13 Mbit-DSL-Anschluss), oder treffender ausgedrückt: WLAN ist kaum schneller als UMTS, da iPhone und Mobile Safari die zusätzlich mögliche Geschwindigkeit (derzeit) nicht zu nutzen wissen.


Videolink YouTube
So brauchen mit UMTS angesteuerte Seiten meist höchstens 5-10 Sekunden länger bis zum Komplettaufbau, in erster Linie wohl bedingt durch die höhere Latenzzeit. Diese Werte können natürlich je nach Standort und dortiger Netzanbindung schwanken.

Bis zu 3,6 Mbit/s sind theoretisch am iPhone im HSDPA-Netz von T-Mobile möglich, die von mir gemessene Downloadgeschwindigkeit (mit Mobile Safari) lag meistens um die 1,5 Mbit/s, also bei knappen 190 KB pro Sekunde. Das parallele Messen mit einem HSPA-Modem am MacBook brachte weitgehend übereinstimmende Ergebnisse, d.h. das UMTS-Netz gab an meinem Aufenthaltsort sowieso nicht mehr her.
Die Uploadgeschwindigkeit lag meist um die 300 Kbps (knapp 40 KB/s) - das iPhone 3G unterstützt leider kein HSUPA.

adresse_call.png
Durch UMTS ist nun möglich, gleichzeitig zu Surfen und Telefonieren ohne dafür in einem WLAN hängen zu müssen. Und das Hinzufügen eines Kontaktes beim Telefonieren kann endlich über die ansonsten weitgehend überflüssige Kontakte-Applikation erreicht werden.

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Den YouTube-Zugriff kann man sich über UMTS übrigens getrost schenken. Die Videos werden zwar zügig heruntergeladen, allerdings nur in der haarsträubenden Ausführung/Auflösung für Mobiltelefone mit winzigen Displays und sind damit weitestgehend unansehnlich.

Der WLAN-Empfang macht einen guten Eindruck, allerdings "sieht" das iPhone 3G erheblich weniger Funknetze in der eigenen Umgebung als der iPod touch. Ein direkter WLAN-Vergleich mit dem alten iPhone steht noch aus, dieser wird sobald als möglich nachgereicht.

Audiokram:
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Wild bejubelt wurde die "Neuerung" bei der Vorstellung des iPhone 3G, dabei wäre ein kollektives Augenrollen trefflicher gewesen - der Kopfhöreranschluss ist nicht mehr versenkt und schluckt deshalb endlich jeglichen Kopfhörer problemlos.
Der Lautsprecher des iPhone 3G erscheint einen Tick lauter als der des ersten iPhones, brachiale Veränderungen kann ich dabei allerdings nicht heraushören.


Accessoires:
Es zählt zu Apples Spezialitäten, im Zuge von neuen iPods oder eben eines neuen iPhones bestimmte Accessoires vorzeitig obsolet werden zu lassen. Dies ist mit dem iPhone 3G nicht anders, lässt es sich doch nicht mehr durch FireWire-basierte Stromquellen aufladen, wie verschämt am Rande eines Supportdokuments erwähnt wird.
Damit verliert eine größere Zahl an entweder älteren oder billigeren Accessoires ihre Ladefunktionalität für das iPhone 3G, darunter Boses Sounddock, etliche JBL-Lautsprecher, diverse Autoladekabel - iPod Hi-Fi inklusive. Diese spielen in den meisten Fällen die auf dem iPhone befindliche Musik zwar weiterhin ab, nur wird der Akku dabei eben nicht mehr aufgeladen.
Angeblich werden Dritt-Firmen künftig entsprechende Adapter bereitstellen, doch wann diese erhältlich sein werden und zu welchem Preis, ist noch unbekannt.

Der zweite Teil des Testberichts wird sich vorrangig mit GPS sowie der Akkulaufzeit auseinandersetzen und ein erstes Fazit ziehen.
Offene Fragen zum iPhone 3G können gerne in die Kommentare gepackt werden, ich versuche diese nach Möglichkeit im kommenden Teil zu beantworten.

Posted by Leo at 17:36 | Permalink | Kommentare (34) | TrackBack (2)

Die schleierhafte (Nicht-)Verfügbarkeit des iPhone 3G [Update]

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Schon am vergangenen Freitag war es nicht immer einfach, an ein iPhone 3G zu kommen - inzwischen jedoch ist wirklich knifflig geworden. «Europaweit lägen keine iPhones mehr auf Halde, es bedürfe einer Nachproduktion, heißt es aus Apple-Kreisen. Nach FOCUS-Informationen kann es bis Anfang Oktober dauern, bis die Shops des deutschlandweit einzigen Netzanbieters T-Mobile die zweite Lieferung der beliebten Handys erhalten», so die in der aktuellen Ausgabe des Focus kolportierte Hiobsbotschaft.
Davon ungetrübt wurde die komplette vergangene Woche über das iPhone 3G an Besteller ausgeliefert und auch heute meldet die Verfügbarkeitsanzeige von T-Mobile einzelne T-Punkte, die offensichtlich mit frischem Bestand versehen wurden. Ob dort dann tatsächlich noch eins zu bekommen ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt. (Danke, Kim!)
Update 21.07.08 19 Uhr: «Aus dem Umfeld des Unternehmens verlautete am Sonntag andererseits, es werde davon ausgegangen, dass es auch im weiteren Verlauf des Sommers genügend iPhone-Handys in Deutschland geben werde. Es seien größere Lieferungen nach Europa unterwegs», so dpa-AFX.

Posted by Leo at 16:04 | Permalink | Kommentare (29) | TrackBack (0)

WLAN-Flat: Tipp zur Nutzung der T-Mobile-Hotspots

Dank UMTS und MultiSIM verliert die in T-Mobiles Complete-Verträgen M,L und XL enthaltene WLAN-Flat zwar ihren ursprünglichen Stellenwert, doch zum Schonen des eigenen Datenverbrauchs sind die Hotspots weiterhin willkommen - deshalb für iPhone 3G-Frischlinge zwei aufgewärmte Tipps:
Per SMS an die 9526 mit dem Inhalt 'open' werden Benutzername und Passwort zugestellt, die für die Hotspot-Nutzung vonnöten sind.
Um sich mit iPhone oder iPod touch dann nicht stets mühselig anmelden zu müssen, reicht es, folgenden Link als Bookmark hinzuzufügen und dann im gewünschten Hotspot aufzurufen:

https://hotspot.t-mobile.net/wlan/index.do?username=USERNAME@t-mobile.de&password=PASSWORT&strHinweis=Zahlungsbedingungen&strAGB=AGB

USERNAME und PASSWORT sind natürlich durch die per SMS erhaltenen Informationen zu ersetzen.
Jetzt müsste sich nur noch ein Entwickler erbarmen und T-Mobiles Hotspot-Standortsuche sowie das "Selbstadministrationstool" in eine nette iPhone-Applikation packen.

Posted by Leo at 15:26 | Permalink | Kommentare (21) | TrackBack (1)

MobileMe: Weitere Entschuldigung und Wartungsarbeiten

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Nach der allgemeinen Entschuldigung für die Umstellungsprobleme von .mac zu MobileMe und einer Mitgliedschaftsverlängerung um 30 Tage, entschuldigte sich Apple nun speziell bei Nutzern des MobileMe-Testaccounts, deren Kreditkarte fälschlicherweise mit 121 Euro belastet wurde. Apple verlängert diese Testaccounts um weitere 30 Tage, so dass MobileMe in diesem Fall 120 Tage kostenlos ausgetestet werden kann.
kartegedrueckt.png
(Danke für den Screenshot, Nico!)
Obwohl die Pushfunktionalitäten auf me.com, iPhone und iPod touch bei mir die vergangenen Tage über weitestgehend bestens funktionierten, bleiben allerhand raue Ecken bestehen - so ist derzeit z.B. die Änderung der eigenen Kreditkartendaten nicht möglich, selbst wenn man daran von Apple zu einer Verlängerung der Mitgliedschaft erinnert wird.
Am Sonntag (20.07.) sind erneut Wartungsarbeiten angekündigt, verschiedene Dienste könnten deshalb morgen früh von 8 bis 11 Uhr MESZ möglicherweise nicht funktionieren - bis MobileMe dann hoffentlich ein Quentchen problemfreier zurückkehrt. (Danke, nuggie, Linus und Oliver!)

Posted by Leo at 10:45 | Permalink | Kommentare (21) | TrackBack (1)

iPhone mit Remote.app als WLAN-Tastatur für Apple TV

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Screenshot: John Gruber
In Verbindung mit Apple TV kann bei Texteingaben (wie z.B. YouTube-Suche, Eingabe von WLAN-Passwort) das iPhone bzw. der iPod touch als WLAN-Tastatur herangezogen werden und erspart das klägliche Buchstaben-Navigieren mit der Apple-Remote in ihrer Plastikausgabe - eine zusätzliche Funktion von Apples neuer Remote.app, über die ein Daring Fireball-Leser stolperte. Jetzt fehlt nur noch eine Bluetooth- oder WLAN-Mini-Tastatur fürs iPhone.

Posted by Leo at 08:46 | Permalink | Kommentare (5) | TrackBack (0)

17.07.2008

Complete-Daten"flat": T-Mobile drosselt aktiv bei Überschreitung

Bisher war die Geschwindigkeitsdrosslung der iPhone-Daten-"Flatrate" bei T-Mobile nur eine Fußnote, doch inzwischen kommt sie aktiv zum Einsatz, wie mehrere Leser von iFun.de/iPhone berichten. Ab einem verbrauchten Datenvolumen von 300 Megabyte (Complete M), einem Gigabyte (Complete L) oder 5GB (Complete XL) wird der mobile Datenzugriff für den Rest des jeweiligen Monats auf GPRS-Geschwindikgeit gedrosselt (64Kbps Download und 16Kbps Upload).
Insbesondere Nutzer, die eine MultiSIM in ihrem HSPA-Modem am Notebook benutzen, werden schnell an und über das jeweilige Limit geraten. Leider gibt es derzeit bei den höheren Complete-Verträgen keine Möglichkeit, das verbrauchte Datenvolumen über "Mein T-Mobile" zu kontrollieren.

Posted by Leo at 18:24 | Permalink | Kommentare (87) | TrackBack (1)

Apple wird (wird fast) zum drittgrößten PC-Hersteller der USA

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Jedes Quartal dasselbe Spiel: Gartner und IDC veröffentlichen ihre (vorläufigen) Zahlen für den weltweiten sowie den US-PC-Markt. Während Apple es unter den weltweiten PC-Herstsellern (noch) nicht in die Top 5 geschafft hat, rückt das Unternehmen in den USA auf Platz 3 - zumindest nach den Zahlen von Gartner, die Apples US-Marktanteil (unter allen Desktops, Notebooks und x86-Servern) von April bis Juni 2008 auf 8,5% beziffern.
IDCs Berechnungen lassen Apple weiterhin auf dem vierten Platz knapp hinter Acer landen, die demnach beide einen US-Marktanteil von 7,8% aufweisen. Die Spitzenplätze nehmen einmal mehr Dell und HP ein, die gemeinsam über die Häfte des Gesamtmarktes befüllen.
Zum Vergleich: In Q2 2007 betrug Apples US-Marktanteil 5,6%, in Q2 2006 lag selbiger noch unter 5%.
Apples Wachstum bleibt außerdem ungebrochen hoch, um 38,1% (laut Gartner) bzw. 31,7% (laut IDC) mehr Macs wurden im zweiten Quartal 2008 verkauft als noch im Vorjahresquartal. Der Gesamtmarkt wuchs in diesem Zeitraum lediglich um 4,2 (Gartner) bzw. 3,6% (IDC).
Am kommenden Montag (21.07.) wird Apple die eigenen Zahlen für das vergangenen Quartal veröffentlichten, damit wird sich auch der aktuelle weltweite Mac-Marktanteil einschätzen lassen.

Posted by Leo at 07:16 | Permalink | Kommentare (11) | TrackBack (0)

16.07.2008

'Star Wars: The Force Unleashed' fürs iPhone (Video)

Video thumbnail. Click to play

Video: Crunchgear
Star Wars: The Force Unleashed - ab Mitte September auch für iPhone und iPod touch.

Posted by Leo at 20:09 | Permalink | Kommentare (12) | TrackBack (0)

Apple entschuldigt sich bei MobileMe-Kunden [Update]

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Apple entschuldigt sich mit einer E-Mail bei den MobileMe-Kunden und verlängert als Trostpflaster die Mitgliedschaft kostenfrei (sowie automatisch) um 30 Tage. Die Änderung soll in den nächsten Wochen im MobileMe-Account zu sehen sein.
Zudem stellt Apple klar, man werde den Begriff 'Push' für MobileMe nicht mehr verwenden, bis der Datenabgleich auch auf dem Rechner "near instant" ablaufe - statt wie derzeit mit einer Verzögerung von bis zu 15 Minuten (oder 60 Minuten unter 10.4.11) zu erfolgen.
«Im Klartext heißt das, dass wir, obwohl alles derzeitig tatsächlich sofort zu und von Ihrem iPhone und den Webanwendungen “gepusht” wird, den Begriff “Push” erst dann wieder benutzen werden, wenn das auch von Ihrem PC oder Mac aus möglich ist», so Apples eigene Übersetzung. Wann dies schließlich nachgereicht wird, lässt das 'MobileMe-Team', das die "holperige" Umstellung als abgeschlossen bezeichnet, allerdings offen. (Danke an alle Tippgeber!)
Update 17:45 Uhr: Die 30-Tage-Verlängerung erhalten Kunden, auf die eine der folgenden Voraussetzung zutrifft:
«Sie verfügten am 09. Juli 2008 über eine .Mac Vollmitgliedschaft» oder
«Sie verfügen über eine neue MobileMe Vollmitgliedschaft, die Sie vor oder am 15. Juli 2008 um 19:00 Pazifikzeit erstellt haben.»
Kostenlose Testaccounts werden ebenfalls um 30 Tage verlängert, so Apple in einem Supportdokument, in dem alle Informationen dazu aktualisiert festgehalten werden sollen.

Posted by Leo at 16:18 | Permalink | Kommentare (34) | TrackBack (0)

Apple möchte Psystar-Klon-Rückruf erzwingen [Update]

Die InformationWeek stocherte etwas tiefer in der Klageschrift gegen Psystar und förderte zutage, dass Apple einen sofortigen Verkaufsstopp des 'Open Computer' erzielen will. Zusätzlich verlangt Apple den Rückruf aller seit April von Psystar mit Mac OS X ausgelieferten Rechner.
Apple wirft Psystar weiterhin das illegale Kopieren, Modifizieren und Weiterverbreiten von Apple-Produkten (gemeint sind damit vermutlich die angepassten Leopard-Systemupdates, die Psystar auf einem eigenen Server seinen Kunden bereitstellte) vor. «By misappropriating Apple's proprietary software and intellectual property for its own use, Psystar's actions harm consumers by selling them a poor product that is advertised and promoted in a manner that falsely and unfairly implies an affiliation with Apple», so der Wortlaut der Klageschrift.
Eine Reaktion auf die Klage von Psystars Seite steht weiterhin aus, die erste Anhörung ist für den 22. Oktober 2008 angesetzt.
Update 22:45 Uhr: Die komplette Klageschrift als PDF sowie eine Zusammenfassung bei Engadget.

Posted by Leo at 15:58 | Permalink | Kommentare (6) | TrackBack (0)