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25.03.2009

Admobs beschränktes Zahlenmaterial zu iPhone OS und Smartphone-Markt

Jeden Monat veröffentlicht Admob den 'Mobile Metrics'-Bericht, der einen Einblick in die mobilen Zugriffe auf das Werbenetzwerk des Unternehmens bietet. Auch der Report für den Februar 2009 (PDF) enthält zwar erneut bemerkenswerte Zahlen, jedoch ist deren Aussagekraft enorm limitiert.

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Gezählt werden dabei nämlich ausschließlich die Einblendungen von und Klicks auf Werbebanner ("requests"), die Admob nach Eigenangabe auf 6.000 mobilen Webseiten und in 1.000 Applikationen ausliefert. Da diese 1.000 Applikationen rein (oder zumindest überwiegend) iPhone-Applikationen sind, ist das Zahlenmaterial insgesamt nicht nur extrem US- und Asien-lastig (knapp 80% aller 'requests' entstammen diesen Regionen), sondern übermäßig vorteilhaft für das iPhone OS.

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Dies erklärt zugleich, warum der iPod touch mit dem iPhone zwangsläufig die Liste der 'Top Handset Models' anführt und mehr "Traffic" erzeugt als andere Mobiltelefone, auf denen die iPhone-Applikationen mit Admob-Werbeschaltung natürlich erst gar nicht landen und laufen.
Ebenso wie die weitestgehend nutzlosen "Marktanteilszahlen", die Net Applications monatlich herauskippt, sollten so auch Admobs Zahlen kaum tiefergehend interpretiert werden: Die Aussage, das iPhone sei für über ein Drittel des weltweiten Smartphone-Traffics verantwortlich, ist ohne expliziten Verweis auf die eingeschränkte Datengrundlage schlicht albern.

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Die Zuwachsraten im Vergleich zum August 2008 sehen zwar toll aus, sind aber besonders wenig zu gebrauchen, denn im August 2008 wurden noch keine 1.000 iPhone-Applikationen mit Admob-Werbeschaltungen beliefert - damit ist die Vergleichsbasis eine komplett andere und die iPhone OS-"Requests" würden aktuell automatisch immens höher ausfallen, selbst wenn Apple seit August 2008 kein einziges iPhone mehr verkauft hätte.


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Relevanter erscheint dahingegen der Vergleich innerhalb einer Plattform und so ist z.B. Admobs iPhone OS-Upgradezyklus einen Blick wert.

Es sollte inzwischen zu den Binsenweisheiten gehören, dass das iPhone wie verrückt für den Onlinezugriff genutzt wird und dabei seit langem weit vor anderen Smartphone-Modellen liegt - aus Admobs Zahlen lässt sich diese Erkenntnis allerdings nur sehr begrenzt gewinnen. Admob selbst weist durchaus auf den eingeschränkten Wert des Datenmaterials hin, in der Berichterstattung über die spektakulären Zahlen wird dies nur leider allzu gerne bequem vergessen.

Posted by Leo at 11:04 | Permalink

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» [iPhone] Mobile-Safari produziert den meisten Traffic from NeOtRiX
Der Werbevermarkter AdMob präsentiert überraschende Zahlen in einer .pdf Datei bezüglich des Traffics mit Mobilen Endgeräten. Einen hohen Anteil des Traffics kommt vom iPhone. Dies macht am weltweit generierten mobilen Traffic eine ganze Menge aus.... [Mehr erfahren]

verlinkt am 26.03.2009 17:04:01

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