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29.09.2005

Testbericht: 13 Tage mit dem iPod nano

Ursprünglich wollte ich es bei meinem ersten Eindruck zum iPod nano belassen, aber Apple Deutschland war so freundlich, mir einen weißen nano als Testgerät leihweise zu überlassen.
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Insofern hatte ich nicht nur die Gelegenheit, den iPod nano in bester Jobsianischer Manier in der Kleingeld-, bzw. Kaugummi-, bzw. Nieimgebrauchjeanstasche unterzubringen, sondern ihn (den nano, nicht Jobs) für rund zwei Wochen im leibhaftigen Gebrauch zu erleben.

Packung:
Die Packung des iPod nano hat ungefähr die gleichen Maße wie die Verpackung des iPod shuffle, sie ist allerdings erheblich detaillierter gehalten. Die Unterseite ist deutsch sowie französisch beschriftet und enthält gleich zwei betörende Schreibsonderlichkeiten:
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(Danke an Hendrik für Hinweis und Bild)
Während der iPod mini seiner Farbe entsprechend daherkam, ist die iPod nano-Kiste in jedem Fall schwarz, lediglich der abgebildete nano verrät die Farbe des Inhalts. Im Inneren finden sich neben dem nano die üblichen (in jedem Fall weißen) iPod Ohrhörer (+Überzieher), das Dock-Connector auf USB 2.0-Kabel, der (momentan noch ziemlich nutzlose) iPod Dock Adapter, die iPod Software, Apple-Aufkleber und eine Kurzübersicht.

Der nano:
Die Abmessungen des nano sind und bleiben beeindruckend, ja fast beunruhigend klein (und flach und leicht). Hin und wieder beschleicht einen das Gefühl, den nano nicht ganz ernst nehmen zu können, zu winzig und minimal erscheint er. Tatsächlich ist das Gerät völlig ausgereift und kann derzeit sogar mehr als sein großer Bruder.
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Neu sind eine recht rudimentäre Verschlussfunktion, die unberechtigte Zugriffe auf den iPod verhindern soll. Die Weltuhr erlaubt das Anlegen verschiedener Orte und beinhaltet sowohl Alarm/Wecker wie Sleep Timer. Zudem gibt es eine Stoppuhr, die sogar Protokolle einzelner Trainingseinheiten anlegt (Links zu allen drei Funktionalitäten finden sich hier im Macorama). Neben den offensichtlichen Neuerungen unterstützt der nano außerdem die mit iTunes 5 hinzugekommene Songtext-Speicherung, mehr dazu lässt sich hier im Macorama nachlesen.

Der iPod nano kommt Windows-formatiert daher und wird beim ersten Anschließen am Mac zwangskonvertiert, insofern dauert das Erscheinen des iPods auf dem Desktop etwas länger als man erwarten würde. Bei den Zeitzonen findet sich dann nur Paris als passende Einstellung und der nano stammt offensichtlich aus der Zukunft.
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Die iTunes-Anbindung gestaltet sich gewohnt unproblematisch, nach Lust und Laune lassen sich Musik, Podcasts, Fotos (das Betrachten von Fotos macht auf dem 176x132 Pixel-Display mehr Freude als ich erwartet hätte), Adressbuch-Kontakte und iCal-Kalender abgleichen.

Akku:
Der Akku lief im Dauerbetrieb (Musik abspielend, bei rund 70% Lautstärke) für ca. 14 Stunden und 20 Minuten, das danach folgende komplette Aufladen nahm etwas weniger als drei Stunden in Anspruch (beide Werte liegen damit ziemlich gut in den von Apple angegebenen Zahlen). Viel Displaybeleuchtung und Fotogegucke schröpft den Akku natürlich erheblich, Apple gibt für die musikuntermalte Diashow im Dauerbetrieb 4 Stunden Laufzeit an, getestet habe ich das allerdings nicht.

Nachteile:
Die "Fototauglichkeit" des nano ist stark eingeschränkt, so funktioniert leider weder Apples (oder Belkins) Camera Connector, noch gibt es einen TV-Out-Anschluss, der Diashows am Fernseher ermöglicht. Momentan gibt es auch noch keine Mikrofon-Lösung für den nano, allerdings deutet ein "LineIn"-Einträg im Diagnose-Menu auf die grundsätzliche Aufnahmetauglichkeit hin. Anfänglich ging ich davon aus, dass der an der Unterseite liegende Kopfhöreranschluss auf irgendeine Weise störend sein könnte, allerdings hatte ich mich in kürzester Zeit daran gewöhnt.
Die immer noch wild diskutierte Kratzerproblematik konnte ich am (weissen) Testgerät nicht nachvollziehen und auch der schwarze nano, den ich Anfangs in die Finger bekam, sieht heute praktisch noch genauso aus. Ungeschützt in die Hosentasche wandern sollte er aber wirklich nur, wenn man nicht bei der leisesten Ahnung eines Kratzers schon verzweifelt. Staub und Kratzer sind beim schwarzen iPod nano natürlich erheblich augenfälliger.

Fazit:
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In gewisser Hinsicht ist der nano ein kleiner Rückschritt im Vergleich zum mini, immerhin ist sowohl Akkulaufzeit wie Speicherplatz bei gleichem Preis geringer geworden. Doch so sehr ich mich bislang für den iPod mini begeistern konnte, der Direktkontakt mit dem iPod nano lässt den Vorgänger sofort überholt erscheinen. Der nano hat eine ideale Größe, er lässt sich problemlos (ebenso wie der shuffle) zusätzlich zum Mobiltelefon in die Tasche packen (Schutz nicht vergessen) und bleibt dabei beinahe unbemerkbar. Zugleich bietet er mit Farbdisplay etc. sämtliche Annehmlichkeiten die man von einem Voll-iPod gewohnt ist zzgl. der darüber hinausgehenden neuen Funktionen (siehe oben). Ein USB 2.0 am Mac ist allerdings praktisch unabkömmlich (außer für sehr geduldige Naturen), denn Firewire lädt zwar den Akku des nano, ein Abgleich ist allerdings nicht möglich.

"Der nano erweckt den Eindruck des praktisch perfekten iPods" dachte ich beim ersten Kontakt, nach 13 Tagen Alltagsgebrauch ist klar geworden: "Er ist tatsächlich der praktisch perfekte iPod."

(Wer immer noch nicht genug nanos gesehen hat, findet ein paar weitere Aufnahmen bei Flickr)

Posted by Leo at 14:33 | Permalink

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