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29.07.2009

Apples Anti-Jailbreak-Argumentation, Teil 2

Im Herbst 2009 wird die US-Library of Congress über neue Ausnahmeregelungen entscheiden, die für bestimmte Anwendungsfälle das Umgehen oder Beseitigen von Kopierschutzmaßnahmen gestatten. Die Electronic Frontier Foundation fordert, dass diesmal auch 'Jailbreaking' berücksichtigt und damit zugleich legalisiert wird. Apple will dahingegen am Status Quo festhalten und legte bereits im Februar ausführlich dar, warum nach Ansicht des Unternehmens der Jailbreak eine Urheberrechtsverletzung darstellt sowie unzählige Probleme (Stabilitätsprobleme, Sicherheitslücken, erhöhter Supportaufwand) nach sich zieht.

Apple antwortete Ende Juni 2009 auf Detailfragen des Copyright Office und erklärt dabei erneut, dass Jailbreaking die Softwarelizenzvereinbarung des iPhone OS verletze, einen Urheberrechtsverstoß darstelle und auch nicht unter 'Fair Use' fallen dürfe ("because a jailbroken OS is often used to play pirated content, the act of jailbreaking should be considered of a commercial nature since it facilitates obtaining applications without paying fees for the them"). Speziell widmet sich Apple diesmal der durch den Jailbreak möglichen Modifizierung des Baseband-Prozessors, der die Telefon- und Datenverbindungen im Mobilfunknetz handhabt. Hacker könnten dies nutzen, um anonym sowie kostenlos zu telefonieren und ebenso einzelne Mobilfunkmasten gezielt lahmlegen, so das von Apple gezeichnete Angstszenario: "For example, a local or international hacker could potentially initiate commands (such as a denial of service attack) that could crash the tower software, rendering the tower entirely inoperable to process calls or transmit data."

Interessant ist auch, dass Apple jailbroken iPhones nach eigener Angabe nicht automatisch die Garantie verweigert: "Falls das iPhone eines bestimmten Nutzers einen Material- oder Herstellungsfehler innerhalb der Garantiezeit aufweist, der nicht durch jailbreaking verursacht wurde, würde Apple diesem Telefon Garantieleistungen gewähren, obwohl es jailbroken ist.[...] Falls das Copyright Office der vorgeschlagenen Ausnahmeregelung stattgeben würde und 'Jailbreaking' stark zunimmt, würden Apples Kosten sich exponentiell erhöhen, um in jedem Einzelfall festzustellen ob die geschilderten Probleme tatsächlich durch einen Jailbreak ausgelöst wurden".

Entsprechend fordert Apples das Copyright Office auf, 'Jailbreaking' nicht in die DMCA-Ausnahmeregelungen aufzunehmen und bricht die durch den Jailbreak möglichen Probleme auf folgende Punkte herunter: "Crashes & instability; Malfunctioning & safety; Invasion of privacy; Exposing children to age-inappropriate content; Viruses & malware; Inability to update software; Cellular network impact; Piracy of developers’ applications; Instability of developers’ applications; Increased support burden; Developer relationships; The Apple/iPhone brand; Limitation on ability to innovate".
Das komplette Antwortschreiben veröffentlichte Wired als PDF.

Posted by Leo at 10:19 | Permalink

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