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3.11.2009

Das weiße Unibody-MacBook im fscklog-Test

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Als das MacBook im Mai 2006 das iBook ablöste, eilte es dem Pro-Modell in zwei Hardware-Details kräftig voraus: Der magnetische Displayverschluss und die "Chiclet-artige"-Tastatur gaben dort ihr Debüt und fanden erst im Herbst 2008 endlich ihren Weg in das MacBook Pro. Das am 20.10.09 neu vorgestellte Plastik-MacBook holt dahingegen lediglich das Pro-Modell in einigen Belangen ein, setzt aber keine darüber hinausreichenden Akzente mehr. Dennoch sind die Änderungen höchst willkommen: So erhielt es mit LED-Display, Multitouch-Glas-Trackpad, Unibody-Gehäuse, Mini-DisplayPort und integriertem Akku eine ordentliche Ladung an erfreulichen Neuerungen.

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Zugleich fiel aber eine Reihe von Anschlüssen weg, die bislang noch im MacBook verblieben waren: FireWire, ein eigenständiger (und optischer) Audio-Eingang sowie die Infrarotschnittstelle zur Fernbedienung per Apple Remote sind im aktuellen MacBook nicht mehr vertreten.

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Dafür dürfte der mitunter populärste Problempunkt des alten Plastik-MacBooks endlich der Vergangenheit angehören: Ein gesplittertes Topcase ist beim neuen MacBook kaum mehr möglich. Ob dahingegen weiterhin Risse im Plastik und Verfärbungen auftreten können, werden erst die kommenden Monate und Jahre beantworten. Das Unibody-Plastik-Gehäuse ist insgesamt ein enormer Zugewinn an Stabilität, die zusätzlich durch den integrierten Akku gefördert wird. Damit spielt das MacBook erstmals in der gleichen Klasse wie Apples Alu-Unibody-Geräte und vermittelt einen entsprechend soliden Eindruck. Die abgerundeten Kanten lassen das weiße MacBook zudem dünner erscheinen und vermitteln ein angenehmes Gefühl beim Anfassen und Tragen.

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Wer in Hinblick auf Fingerabdrücke, Kratzer und Staubfusel hochgradig penibel ist, dürfte weiterhin verminderte Freude am MacBook finden. Der äußere Deckel verkratzt genauso gerne (und schnell) wie es schon beim Vorgänger der Fall war und hinzu tritt, dass auch die Handauflagenfläche neben dem Trackpad nun glänzend spiegelt und damit Fingerabdrücke reihenweise einsammelt - immerhin schmeichelt aber die glatte Fläche den Handballen während des Tippens und verbleibt weitestgehend angenehm kühl.

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Die Unterseite des MacBooks ist komplett mit einem gummierten Material versehen, das in dünnerer Form der Unterseite des iPhone-Docks oder der Time Capsule ähnelt. Im Gegensatz zu diesen zwei vergleichsweise statischen Objekten wechselt das MacBook natürlich eher häufig den Platz und sammelt dabei kräftig Staub auf. Je nach Unterlage (z.B. bei einer roten Tischdecke o.ä.) neigt die Unterseite auch zu Verfärbungen, die sich jedoch im Testzeitraum der letzten Tage problemlos mit etwas Reiberei entfernen ließen. Auch hier bleibt abzuwarten, in welcher Verfassung die Unterseite nach einem mehrmonatigen mobilen Einsatz ist.

Dabei fällt die Beschichtung durchaus positiv auf, denn sie gibt dem MacBook einen sehr stabilen Halt auf etlichen Oberflächen und schirmt besser gegen Hitzewallungen ab als das Plastik des Vorgängers oder das Alu der Pro-Reihe.

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Die Verarbeitung ist insgesamt gut, lediglich die Spaltmaße an der hinteren Unterseite lassen zu Wünschen übrig - auch mehrere fscklog-Leser berichteten mir davon, dies ist also nicht allein beim Testgerät der Fall. (Danke an Matthias, Bernd und alle weiteren Tippgeber!)

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Das Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung rückt in Hinblick auf Helligkeit und Betrachtungswinkel näher an das 13" MacBook Pro und hebt sich vom Vorgängermodell deutlich ab. Der Displayrahmen ist dabei weiterhin in mattem weiß gehalten und verhindert den zusätzlichen Spiegeleffekt, den der schwarze Rand des MacBook Pro mitbringt. Ebenso wie das MacBook Air ist es allerdings schon allein deshalb erheblich weniger spiegelnd, da Apple auf die Glasplatte vor dem Glossy-Display verzichtete - dies lässt die Displayklappe des MacBooks dafür etwas instabiler wirken (im Vergleich zum MacBook Pro).
Ein aufpreispflichtiges mattes Display wird bei keinem von Apples 13-Zöllern angeboten, diese Option ist derzeit weiterhin dem 15" und 17" MacBook Pro vorbehalten.

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Interessanterweise lässt sich das neue MacBook einen Tick weiter aufklappen als der Vorgänger und das 13" MacBook Pro - allerdings variieren auch bei diesen Modellen teils die Displaywinkel, insofern könnte dies nur eine Besonderheit des Testmodells gewesen sein.

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Die Tastatur ist rein äußerlich zwar dieselbe geblieben, fühlt sich aber etwas besser an als zuvor. Das Niveau des MacBook Pro bzw. von Apples Alu-Tastatur erreicht die MacBook-Tastatur meinem Empfinden nach allerdings weiterhin nicht.
Das Multitouch-Glas-Trackpad unterstützt nun sämtliche Gesten bis hin zu den Vierfingergeschichten und weist auch ansonsten keine Unterschiede zum Trackpad der Pro-Reihe auf.

Benchmarks, Wärmeentwicklung und Akkulaufzeit:
Die von der Macworld ermittelten Benchmarks liegen im Rahmen des zu Erwartenden, einzige kleine Überraschung darunter: Die 250GB Festplatte des MacBooks ist offenbar minimal schneller als die 160GB Festplatte des billigsten 13" MacBook Pro.

Ebenso wie das MacBook Pro bleibt das MacBook weitestgehend kühl und die Lüfter sind selten bis nie zu hören. Auch mehrstündiges Videodauerabspielen führte nicht zu nennenswerter Erhitzung und die beschichtete Unterseite lässt -wie bereits erwähnt- kaum etwas davon an die eigenen Oberschenkel gelangen. Die aktuelle Jahreszeit spielt dabei natürlich eine Rolle, im Hochsommer bei über 30 Grad könnte sich dies anders gestalten.

Die Akkulaufzeit stimmte weitestgehend mit der des 13" MacBook Pro überein. Bei moderatem Surf- und Schreibeinsatz (Display auf knapp unter halber Helligkeit, WLAN) hielt der Akku für gute sechs Stunden.

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Der neue MagSafe-Adapter orientiert sich an den Änderungen, die bereits beim MagSafe-Kabel des MacBook Air zu sehen waren und das Kabel verläuft damit auch beim MacBook wieder vorrangig nach hinten.

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Es lässt sich natürlich ebenfalls nach vorne richten, dann werden aber Ethernet-Anschluss und Mini-DisplayPort verdeckt. Der neue MagSafe-Anschluss setzt nun auf Aluminium - inwiefern das überarbeitete Modell die Dauer-Problematik der Zugentlastungsschäden endgültig beseitigt, wird sich frühestens in den kommenden Monaten zeigen.

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Der neue MagSafe-Anschluss passt übrigens hervorragend zum MacBook Pro, das leider noch mit dem alten weißen MagSafe-Kopf ausgeliefert wird.

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Die integrierten Lautsprecher hören sich minimal besser an als zuvor und liegen mit den Lautsprechern des 13" MacBook Pro gleichauf. Allzu grandiose Klangwunder sollten von den internen Lautsprechern natürlich weiterhin nicht erwartet werden.

Kleines aber willkommenes Detail: Die Apple-Kopfhörer mit Mikro und Fernbedienung, die auch dem iPhone und iPod touch beiliegen, können am neuen MacBook erstmals ausgiebig benutzt werden - Mikro und Fernbedienung (Play/Pause, nächster/vorhergehender Titel) funktionieren in einer ganzen Reihe von Programmen, die Lautstärke lässt sich systemweit fernsteuern.

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Insgesamt war das neue MacBook ein angenehmer Gast und dem Vorgänger ist es schon allein in Hinblick auf leicht verringertes Gewicht, LED-Display, Multitouch-Trackpad und den integrierten Akku in jedem Fall vorzuziehen (zumal es in Deutschland um rund 50 Euro günstiger wurde) - solange sich eben die entfallenen Schnittstellen verschmerzen lassen.

Es ist in etlichen Spezifikationen dem 13" MacBook Pro ebenbürtig und bietet momentan sogar standardmäßig eine größere (und offenbar auch etwas flottere) Festplatte. (Mindestens) 250 Euro Aufpreis kostet das 13" MacBook Pro, dafür erhält man das um weitere 90 Gramm leichtere Alu-Gehäuse, ein besseres Display und eine beleuchtete Tastatur. Hinzu treten beim MacBook Pro die externe Akkuanzeige (die ich beim MacBook tatsächlich stark vermisste), eine FireWire-Schnittstelle, der SD-Kartensteckplatz und die Unterstützung von 8GB Arbeitsspeicher.

Ich würde zwar klar das 13" MacBook Pro bevorzugen, welches ich seit einigen Monaten im Einsatz habe und das mein persönlicher Favorit unter allen bisherigen mobilen Macs ist, aber das neue MacBook geht als solide und günstige Alternative durch. Derzeit besteht die MacBook-Reihe weiterhin nur aus einem einzelnen Modell, aber Apple denkt offenbar über die Ausdehnung nach - die große Frage bleibt nur in welche Richtung diese führen wird.

Disclosure: Das MacBook wurde mir freundlicherweise von Apple zum Test bereitgestellt.

Posted by Leo at 16:18 | Permalink

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