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2.02.2009

Crackulous und das um sich greifende Problem der gecrackten iPhone-Apps

Wie (einst) von den Musiktiteln des iTunes Stores vertraut, versieht Apple auch sämtliche App Store-Programme mit dem hauseigenen DRM bzw. Kopierschutz. Ebenso fallen die eingeräumten Nutzungsmöglichkeiten identisch aus, so lassen sich iPhone-Apps z.B. von bis zu fünf verschiedenen iTunes-Accounts auf einem iPhone speichern und nutzen. Doch während Apple gegen die vereinzelt auftauchenden Risse im iTunes-DRM FairPlay meist unmittelbar mit iTunes-Aktualisierungen vorging (und vertraglich bedingt vorgehen musste), greift das Cracking von iPhone-Apps seit Monaten praktisch ungehindert um sich.
Nun sind Cracks beinahe so alt wie kopiergeschützte Computerspiele und auch der erste Crack eines iPhone-Programms ereilte wenig überraschend ein Vorzeige-Spiel: Nur wenige Tage nach dem Start des App Stores im Juli 2008 kursierte bereits eine DRM-lose Fassung von Super Monkey Ball und bei diesem einem gecrackten Programm sollte es nicht lange bleiben. Mit Crackolous wurde jetzt zudem eine iPhone-Anwendung veröffentlicht, die den Prozess des Crackens extrem vereinfacht und jedem die unmittelbare Möglichkeit dazu bietet - iPhone, Jailbreak und jeweilige Originalsoftware vorausgesetzt. Wirklich vonnöten ist auch dies allerdings kaum mehr, denn nahezu sämtliche interessanten Titel des App Stores stehen sowieso längst in gecrackter Version zur Installation auf entsprechend modifizierten iPhones bereit.
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iPhone-Entwickler greifen inzwischen zu verschiedenen eigenhändigen Gegenmaßnahmen, die von dem Versuch einer Werbefinanzierung über vage, in gecrackten Apps eingeblendete Drohungen bis hin zum Appell an die Vernunft reichen (sowie die Lächerlichkeit der 0,79 Euro-Ersparnis unterstreichen - siehe Screenshot) und mindestens ein Entwickler probierte es mit dem Arm des Gesetzes. Diese Einzel-Unternehmungen werden das Phänomen des Crackens kaum eindämmen, doch auch Apple scheint eine technische Lösung zu fehlen. So ging der iPhone-Hersteller zwar offenbar vereinzelt gegen das Hosting gecrackter Anwendungen vor, zugleich wurde das DRM-Entfernen selbst einfacher denn je.
Die tatsächlichen Ausmaße des iPhone-App-Crackens sind ebenso unmöglich einzuschätzen, wie die daraus resultierenden Umsatzeinbußen für einzelne kleine und große Entwickler (trotz frühem Crack war Super Monkey Ball z.B. ein erheblicher kommerzieller Erfolg für Sega) sowie Apple selbst. Ob Apple sich stattdessen auf den Versuch konzentriert, einen Jailbreak grundsätzlich zu erschweren, bleibt offen - drastischere Gegenmaßnahmen dürften jedenfalls anstehen, gerade auch in Hinblick auf die mögliche Premium-Kategorie für Spiele. (via textually)

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1.02.2009

Adobe-Chef: Apple und Adobe arbeiten gemeinsam an Flash für das iPhone

In einem Interview mit Bloomberg auf dem World Economic Forum erklärte Adobes CEO Shantanu Narayen erstmals, dass Apple Adobe bei der Flash-Anpassung für das iPhone OS unterstützt: «Es ist eine schwierige technische Herausforderung [gemeint ist die Anpassung von Flash für das iPhone] und dies ist ein Teil des Grundes, warum Apple und Adobe zusammenarbeiten», so Narayen wörtlich. «The ball is in our court. The onus is on us to deliver.»
Den Grund für die bisherige Flashlosigkeit des iPhones führte Steve Jobs im vergangenen Frühjahr auf eine fehlende Flash-Version zwischen dem gefräßigen klassischen Browser-Plugin und der schwächlichen Lite-Version für Mobiltelefone zurück. Adobe arbeitet seit Monaten an einer entsprechenden Fassung für das iPhone OS und feilt aktuell zudem an der ARM-Optimierung des Flash-Player 10, die im zweiten Halbjahr 2009 erste Früchte tragen soll - zeitlich würde dies also bestens zum hypothetischen iPhone 2,1 und iPhone OS 3.0 passen.

Posted by Leo at 10:25 | Permalink | Kommentare (30) | TrackBack (1)