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10.05.2011

Ergänzende Details zu Apples Ortsdatensammlung

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Eine dreistündige Anhörung des US-Senats zu "mobilem Datenschutz", bei der auch Apples VP für Softwaretechnik Bud Tribble als Zeuge zu Worte kam, gestaltete sich der Komplexität des Themas entsprechend verworren und weitestgehend neuigkeitsarm. Doch immerhin liefert Tribbles in PDF-Form vorliegendes Zeugnis nochmals einen etwas tiefergehenden Einblick in Apples Standortdatensammlung - wiederholt aber weitestgehend Informationen, die seit vergangenem Sommer hinlänglich bekannt sind. Die ergänzenden Ausführungen finden sich insbesondere in Abschnitt 3, der das Sammeln und Übertragen von Ortsdaten durch "Apple Mobilgeräte" darlegt:

"Periodisch" zeichnen iOS-Geräte Informationen zu Mobilfunkmasten und WLAN-Basisstationen der eigenen Umgebung auf, verknüpfen diese mit den GPS-Koordinaten und speichern dies ebenfalls lokal in der consolidated.db - die Informationen werden dann alle 12 Stunden "extrahiert, verschlüsselt und anonymisiert an Apple über eine WLAN-Verbindung übertragen" und anschließend gelöscht - ist zu diesem Zeitpunkt keine WLAN-Verbindung vorhanden, findet die Übertragung später statt. Apple benutzt diese Angaben angeblich ausschließlich dazu, um seine Geodatenbank "weiterzuentwickeln und zu verbessern". Seit iOS 4.1 sammelt das Gerät die Daten laut Apple eigentlich erst dann, wenn die Ortungsdienste aktiv sind und mindestens einer App der Zugriff auf den Aufenthaltsort erlaubt worden ist. Ein "Bug" sorgte allerdings dafür, dass bis iOS 4.3 die Informationen zu WLAN-Basisstationen und Mobilfunkmasten der eigenen Umgebung auch dann an Apple übertragen wurden, wenn die Ortungsdienste komplett deaktiviert waren - allerdings angeblich ohne zusätzliche GPS-Informationen. Wenn die Ortungsdienste in iOS 4.3.3 ausgeschaltet werden, löscht dies laut Apple die consolidated.db und es werden keine Informationen aus Apple Geodatenbank mehr abgerufen sowie in den lokalen Cache übernommen.

Tribble wurde auch auf Steve Jobs' haarsträubende Interviewaussage angesprochen, die consolidated.db verrate "nichts über den Aufenthaltsort". Es blieb ihm nichts übrig, als diese Frage mit einem Ausweichmanöver zu umschiffen - die Datenbank enthalte nur Angaben zu den umliegenden WLAN-Stationen sowie Mobilfunkmasten und nicht den unmittelbaren Aufenthaltsort, so Tribble.

Posted by Leo at 22:00 | Permalink