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10.02.2012

Was Apple von Chrome für Android lernen könnte [Update]

Vor wenigen Tagen warf Google eine erste Beta von Chrome in den Android Market. Damit hat Android (4.0 aufwärts) nicht nur plötzlich und überfälligerweise einen ziemlich großartigen mobilen Browser, sondern iOS-Safari auch einen würdigen Kontrahenten, von dem sich Apple durchaus Details abschneiden könnte:
tabsync_chrome.png
Während der Bookmark-Abgleich über iCloud als passabel durchgeht (solange er funktioniert), trumpft Chrome Sync auch mit sämtlichen zuletzt in der Desktop-Version geöffneten Tabs auf – dies ermöglicht einen wirklich nahtlosen Wechsel vom Desktop-Browser zur mobilen Spielart. Zudem lassen sich einzelne Seiten aufs Mobilgerät pushen (auch in einer Offline-fähigen Variante); eine zwar schon bekannte Funktion für die es auch iOS-seitig etliche Apps gibt, aber die direkte Integration in den Browser scheint doch einen Hauch vorteilhafter.
chrome_quer.jpg
Der Wechsel zwischen offenen Seiten gestaltet sich auf dem iPhone zwar angenehm, doch ist in der Übersicht nur eine Seitenvoransicht voll zu sehen und ein bis zwei weitere zu erahnen - Chrome zeigt dahingegen gut fünf gleichzeitig an und lässt diese wahlweise in der Übersicht mit zwei Fingern größer ziehen. In dieser Kartei-Ansicht kann man offene Seiten leicht per Geste verwerfen, indem diese seitlich (oder nach oben/unten) weggewischt werden. Auf dem iPhone ist dahingegen zielgenau das kleine x zu treffen.
Chrome wechselt außerdem per Ein-Fingerwisch von einer offenen Seite zur nächsten - ähnlich dem App-Wisch-Wechsel auf dem iPad (oder mit Zephyr auf dem iPhone). Das funktioniert erstaunlich gut, wenn man mit dem Finger vom Rand in das Display hereinwischt und kommt so auch nicht dem eventuell nötigen horizontalen Scrollen in die Quere.
linkvorschau_chrome.jpg
Praktisches Beiwerk: Chrome bietet einen schnellen Rückgriff auf zuletzt geschlossene Fenster (das macht Safari auf dem iPad immerhin auch, wenn man den Plus-Knopf für einen neuen Tab länger gedrückt hält) und führt meistbesuchte Seiten mit kleiner Vorschau auf. Nett ist darüber hinaus, nahe aneinander liegende Links vergrößert darzustellen, um Fehl-Taps zu vermeiden.

Update 11.02.12 17:15 Uhr

Guter Fragepunkt aus den Kommentaren und ein weiterer Vorteil von Chrome: Die Zahl der geöffneten Fenster/Tabs ist unbegrenzt während Apple iPhone und iPad willkürlich auf 9 einschränkt. Natürlich muss auch Chrome speicherbedingt schnell nachladen nach einer gewissen Zahl an geöffneten Seiten, aber das geht Safari trotz seiner Begrenzung nicht anders und beide Browser schnappen sich dabei gerne den Cache, der die jeweilige Seite längst nicht immer in ihrer aktuellsten Fassung darstellt. Kleiner Scherz: Bei mehr als 99 offenen Seiten zeigt Chrome statt der Anzahl ein :) an.

Posted by Leo at 19:29 | Permalink

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